Master Studium Medizin in der Schweiz - 6 Studiengänge

Masterstudium_Medizin
Die Studienangebote zur Medizin sind breit gefächert und bieten Praktikern einerseits über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fach die Chance, ihr Können zu reflektieren, zu vertiefen und zu erweitern. Andererseits erlauben es Fächer wie Medizinisches und Pharmazeutisches Management oder Medizinrecht, einschlägige Zusatzqualifikationen zu erwerben und sich so auf höhere Aufgaben im Gesundheitssektor vorzubereiten. Ein Blick auf Aufbau und Inhalt des Studiums zeigt die enorme Bandbreite des Angebots – Logopädie, Ernährungsmedizin, Medizinische Physik, Naturheilkunde oder Health Sciences & Leadership. Die Voraussetzungen für die Zulassung zum Master-Studium sind in der Regel ein abgeschlossenes (meist facheinschlägiges) Studium oder zumindest ein Jahr Praxiserfahrung im medizinischen Bereich. Die Berufsaussichten und Gehälter zeigen: In diesem Sektor in die Weiterbildung zu investieren, kann sich auszahlen -es zeigen sich steigende Gehälter, expandierende Märkte und auch steigender Bedarf.

Masterstudiengänge Medizin Schweiz

Auf www.postgraduate-master.ch finden Sie sechs Masterstudiengänge mit dem Studienschwerpunkt Medizin. Neben den vier Präsenzstudiengängen, die Sie nur vor Ort absolvieren können, sind auch zwei Fernstudiengänge gelistet, die unabhängig von Ihrem Wohnsitz belegt werden können. Angeboten werden die Studiengänge von diesen renommierten Bildungsanbietern: Beuth Hochschule für Technik Berlin - Fernstudieninstitut, Private Hochschule Wirtschaft PHW Bern, Universität Basel, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Departement Gesundheit, asim / Universitätsspital Basel und TU Kaiserslautern - Distance & Independent Studies Center (DISC).

Die Studiendauer der Masterprogramme beträgt vier bis sechs Semester. AbsolventInnen erhalten nach erfolgreichem Abschluss einen akademischen Grad (M.Sc., MBA, MMD oder MAS), der international anerkannt wird. Die vorgestellten Studiengänge werden in der Schweiz berufsbegleitend angeboten. Wenn Sie allgemeine Informationen zum Masterstudium in der Schweiz benötigen, finden Sie diese in den FAQs.

Angeboten werden die Masterstudiengänge mit dem Studienschwerpunkt Medizin in folgenden Schweizer Regionen sowie als Fernstudium:

Aufbau und Inhalt des Studiums
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Health Sciences and Leadership wendet sich an Praktiker des Gesundheitswesens, die sich für Führungsaufgaben in ihrer Organisation qualifizieren möchten. Ausgehend von einer Einführung in die Grundlagen so unterschiedlicher Bereiche wie Gesundheitsförderung und Prävention, Versorgungsforschung sowie Recht und Ethik in der Medizin sollen neue, wertebasierte Führungs- und Managementkulturen für Einrichtungen des Gesundheitswesens entwickelt werden. Qualitäts-, Risiko- und Projektmanagement runden dieses Leadership-Programm ab. Die Fachrichtung Advanced Clinical Research bereitet mit klinischer Forschung betraute Personen auf Führungs- und Managementaufgaben im Forschungsbereich vor. Gelehrt werden hier neben Methodenkompetenz für unterschiedliche Bereiche wie Statistik, Design und Phasen klinischer Studien auch Ethik und Recht sowie pharmakologisches Grundlagenwissen. Auch Biostatistik, Bioinformatik und die Epidemiologie spielen eine wichtige Rolle. Das Fach Medizin- und Bioethik beleuchtet die Arzt-Patienten-Beziehung, Fragen in Zusammenhang mit dem Lebensbeginn und -ende, ethische Fragen der chirurgischen und konservativen Medizin, sowie ethische Fragen von Public Health und Forschung.

Die Fachrichtung Chiropraktik setzt sich wissenschaftlich mit dem Bewegungsapparat, mit Traumatologie und mit der Diagnostik von Körperfunktionen auseinander. In der Fachrichtung Geriatrie können sich Ärzte für Aufgaben in der Altersmedizin qualifizieren. Sie erlernen vor allem das methodische Rüstzeug für das Erstellen klinischer Studien. Sie lernen aber auch, als Führungskraft Teams zu leiten. Die Fachrichtung Logopädie untersucht Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen. Im Rahmen des Studiums erarbeiten sich die Teilnehmer (ausgebildete Logopäden) Führungs- und Managementkompetenz. Weitere Fächer sind die Naturheilkunde, das Medizinrecht sowie die Medizinische Physik.

Studieninhalte und Beispiele für Vorlesungen

Je nach Bildungsanbieter erfolgt die Ausbildung in verschiedensten Kernbereichen. Hier finden Sie beispielhafte Studienschwerpunkte und dazu ausgewählte Vorlesungen für das Master Studium Medizin:

Management in der Medizin
  • Kommunikation im Klinikalltag
  • Sterbebegleitung und Sterbehilfe
  • Verteilungsgerechtigkeit in der Medizin
Medizinrecht
  • Vertragsarzt- und Vertragszahnarztrecht
  • Arzneimittelrecht
  • Ärztliches Berufsrecht
Ernährungsmedizin
  • Ernährungsempfehlungen und Prävention
  • Herbal Medicine
  • Ernährungsberatung
Palliativmedizin
  • Kommunikation, breaking bad news
  • Terminal Care, Angehörigenbegleitung
  • Palliative Sedierungstherapie
Voraussetzungen für das Master Studium Medizin
Voraussetzung für die meisten Fachrichtungen ist ein facheinschlägiges Vorstudium, auf dessen Basis dann die jeweiligen Fachinhalte vertieft, erweitert oder ergänzt werden können. Häufig ist diese Anforderung auch mit der Notwendigkeit verknüpft, als Bewerber bereits Praxiserfahrung vorweisen zu können – die Messlatte bewegt sich zwischen einem und drei, manchmal fünf, Jahren. Für einige Fächer ist zudem eine hohe Englisch-Kompetenz erforderlich. Manche Studiengänge sehen vor, dass man bereits als Arzt tätig sein muss, um zum Studium zugelassen zu werden (so etwa die Naturheilkunde / Komplementäre Medizin). Die Gesamtkosten für das Studium variieren deutlich. Ausländische Studierende müssen in der Regel Sprachkenntnisse auf Niveau B2 oder C1 nachweisen.
Berufsaussichten und Gehälter nach dem Master Studium Medizin
Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Studiengänge, denen lediglich gemeinsam ist, dass sie bestimmte Fachkenntnisse des medizinischen Bereichs erweitern, vertiefen oder ergänzen, ergibt sich auch eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsaussichten. Generell gilt: Absolventen setzen ihre bisherige medizinbezogene Tätigkeit nach dem Studium fort oder sie machen einen Karrieresprung und wachsen in Führungs- und Managementaufgaben hinein, auf die sie das Studium fachlich vorbereitet hat. Sie beschäftigen sich mit Fragen der Krankheitsvorbeugung ebenso wie mit der Gesundheitsförderung, und im geriatrischen Bereich setzen sie sich mit der Qualitätssteigerung im Pflegewesen auseinander. Absolventen arbeiten insbesondere in (Arzt-) Praxen, in Kliniken oder in Forschungseinrichtungen (wo sie entweder selbst aktiv klinische Forschung betreiben oder sich dem Forschungsmanagement widmen). Außerdem finden Absolventen auch immer wieder Arbeit in Gesundheitszentren, in Rehabilitationseinrichtungen und Sanatorien. Sie üben unterschiedliche Funktionen im Pflegebereich aus, wo sie etwa in Betreuungseinrichtungen für Senioren arbeiten. Aber auch Luxus- und Wellnesshotels, die sich auf gesundheitliche Angebote spezialisieren, greifen dafür auf die Expertise von medizinischen Fachleuten zurück. Auch Apotheken und Krankenkassen sind typische Arbeitgeber für Absolventen, ebenso auch Unternehmen, die ausreichend groß sind, eigene Abteilungen zur Gesundheitsförderung zu unterhalten. Auch verschiedene Vereine zur Gesundheitsförderung oder Betreiber von Selbsthilfegruppen sichern sich die Dienste von Medizinwissenschaftlern.
Aufgrund dieser Bandbreite an Tätigkeiten ergibt sich ein heterogenes Bild typischer Gehälter. Durchschnittsgehälter liegen etwa zwischen 32.000 € und 62.000 € brutto jährlich. Zu beachten ist, dass das Lohnniveau sowie die Besteuerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich sind.