Master Elektro, Energie- und Informationstechnik in der Schweiz 🎓 - 6 Studiengänge

Daten, ihre Organisation, ihre Verarbeitung und ihre intelligente Nutzung sowie der effiziente Fluss von Energie: Im Masterstudium Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik dreht sich alles um die Nervenbahnen und Schaltstellen moderner Informationstechnologien und Energiesysteme. Im Mittelpunkt stehen dabei die smarten Informationstechnologien, mit denen die Datenorganisation, aber auch die Bereitstellung, Distribution, Verfahrenstechnik und schliesslich die Umwandlung und Nutzung von Energie mit deutlich höherer Effizienz erfolgen soll als bisher. Das Studienprogramm derartiger Masterstudiengänge ist daher geprägt von Fächern und Studieninhalten aus den Fachrichtungen Elektrotechnik, Informationstechnologie, Informatik, Datenmanagement, Energiesystemen und Smart Systems.

Absolventinnen und Absolventen, die einen Master-Abschluss aus der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik vorweisen können, übernehmen essentielle Tätigkeiten als Ingenieurinnen und Ingenieure bzw. Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure.

Inhaltsverzeichnis:

Eckdaten zum Master: Semester, ECTS-Kreditpunkte & Abschlüsse

Masterstudiengänge im Bereich Energietechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik werden an Hochschulen, wie z.B. an Universitäten, Fachhochschulen (FH) und Fernhochschulen in der Schweiz prinzipiell Vollzeit, Teilzeit (berufsbegleitend) oder auch als Fernstudium angeboten. Das Studium umfasst hierbei zumeist 120 ECTS-Kreditpunkte, seltener 90 ECTS-Kreditpunkte. Die ECTS-Kreditpunkte werden in der Regel im Laufe von vier Semestern absolviert; je nach individuellen zeitlichen Kapazitäten (z.B. Einschränkung durch berufliche Tätigkeit und/oder Wahl eines Teilzeit-Studiums), kann sich die Anzahl der Semester erhöhen. Am Ende des Studiums ist meist eine wissenschaftliche Arbeit (Masterarbeit) zu verfassen.

Je nachdem, welches Studienprogramm bzw. welcher Studiengang gewählt wurde, wird den Absolventinnen und Absolventen eines solchen Masterstudiengangs einer der untenstehenden Abschlüsse verliehen: 
  • Master of Science (M.Sc.)
  • Master of Engineering (M.Eng.)
  • Master of Advanced Studies (MAS)
Ergänzung: Der Master of Advanced Studies (MAS) ist eine akademische Weiterbildung, deren Studienprogramm aus mehreren, einzelnen Zertifikatslehrgängen bzw. CAS-Modulen (auch „Mastermodule“) besteht. So können die Studierenden ihr Programm je nach Interesse, beruflicher Tätigkeit (Branche) und Karriereplan für die Zukunft relativ frei zusammenstellen, indem einzelne CAS-Module ausgewählt werden. Jedes einzelne CAS-Modul schliesst dabei mit einem Certificate of Advanced Studies (CAS) ab.


Studienangebot und Vertiefungen / Spezialisierungen

Studierenden, die sich für ein Studium aus der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik interessieren, stehen viele Studienprogramme an den unterschiedlichen Hochschulen (wie z.B. an Universitäten, Fachhochschulen (FH), Fernhochschulen) an mehreren Standorten in der Schweiz (z.B. Zürich, Luzern, Bern) offen. Diese Studiengänge weisen dabei durchaus zahlreiche Möglichkeiten zur Vertiefung und Spezialisierung auf und sind auch in Bezug auf ihre Schwerpunkte unterschiedlich ausgerichtet. Je nach Ziel hinsichtlich Studium und Karriere, Bildungsanbieter und vorhandenen Kenntnissen bzw. Erststudium (Bachelor), kann aus einer Vielzahl an Studiengängen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Vertiefungen und Spezialisierungen gewählt werden. Grob ist zwischen zwei Gruppen an Masterstudiengängen zu unterscheiden (einige Studiengänge können jedoch die Grundlagen beider Gruppen im Studienprogramm vereinen):

Masterstudiengänge mit Fokus Elektro- und Informationstechnik:
In einem solchen Masterstudium steht die Datenverarbeitung, moderne Informationstechnologie (IT) und alles, was mit Informatik zu tun hat, im Mittelpunkt. Die Studierenden beschäftigen sich vor allem mit den Grundlagen und Methoden von modernen Informationssystemen und –anwendungen, Kommunikationstechnologien oder auch der Wirtschaftsinformatik.

Masterstudiengänge mit Fokus Energietechnik:
Obwohl auch die oben genannten Fächer im Rahmen eines solchen Studiums wichtige Studieninhalte und Grundlagen darstellen, liegt der Schwerpunkt des Studiums hier auf der Umwandlung, Verteilung und Nutzung von Energie, die das Funktionieren von Informationstechnologie und Elektrotechnik erst ermöglicht.

Wählbare Studiengänge, die allesamt die zentralen Grundlagen und Methoden der Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik umfassen und gemäss ihres Schwerpunktes darüber hinausgehen, sind etwa Elektrotechnik und Informationstechnologie, Informationstechnik, Energietechnik, Energiemanagement, Energie- und Ressourceneffizienz, Energiewirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Mikroelektronik oder Software Engineering.
 

Aufbau und Inhalt des Studiums Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Die genauen Studieninhalte und Mastermodule können je nach gewähltem Master bei den unterschiedlichen Bildungsanbietern in der Schweiz (Hochschulen vs. Fachhochschulen (FH) oder öffentliche Hochschulen vs. Privatuniversitäten) voneinander abweichen. Generell kann gesagt werden, dass die Studieninhalte und Fächer eines solchen Masterstudiums mehrheitlich aus den Fachrichtungen Informatik, Technik (Elektrotechnik / Informationstechnik), Mathematik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen und Wirtschaft kommen.

Zu den Grundlagen der Fachrichtung zählen ganz klar die Mathematik und Informatik. Zunächst erhalten die Studierenden tiefgreifende Kenntnisse über die angewandte und technische Mathematik, Algorithmen, das Programmieren und Programmiersprachen. Dies bildet die Grundlage für direkt darauf aufbauende Fächer wie Informationstechnik und Elektrotechnik sowie deren praktische Umsetzung. Die Studierenden lernen, moderne Informationssysteme und Informationstechnologien zur Datenbearbeitung und –verarbeitung effizient zu nutzen, zu verbessern und selbst zu entwickeln.

Die Elektrotechnik bietet Möglichkeiten zur Vertiefung und Spezialisierung in den Bereichen Sensorik, Energiespeichersysteme, Energiesysteme und den sogenannten „Embedded Systems“, also den in Anlagen, Maschinen und unterschiedlichen Geräten eingebetteten Computersystemen. Eines der grossen Themen der Sensorik ist die Mustererkennung. Zu Studienbeginn widmen sich die Studierenden den theoretischen Grundlagen der Elektrotechnik, worauf die Sensorsignalverarbeitung und die Technik der Sensoren aufbauen. Die Studierenden entwerfen ausserdem mikroelektronische und mikromechanische Bauelemente (Stichwort Bauingenieurwesen), lernen, softwarebasierte Komponenten zu entwickeln und einzusetzen und erlernen die Methoden der Verfahrenstechnik.

In Studiengängen, deren Schwerpunkt auf Energie und Energietechnik liegt, suchen die Studierenden nach Möglichkeiten, intelligente Energiesysteme weiterzuentwickeln, sie stabiler zu machen und für noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit solcher Systeme zu sorgen. Auch Kenntnisse bezüglich Energieeffizienz spielen dabei eine zentrale Rolle.

Zu weiteren Studieninhalten bzw. Vertiefungen zählen Wirtschaft (insbesondere die Wirtschaftsinformatik), Schaltkreise und Systeme, Design und Simulation, verteilte Systeme sowie die Robotik und Computer Vision.

Vor allem in Studiengängen, die nicht als CAS-Lehrgang, sondern als universitäres Studium aufgebaut sind (Master), dürfen auch Inhalte rund um das wissenschaftliche Arbeiten keinesfalls fehlen. Meist folgen Lerninhalte zu Methoden der wissenschaftlichen Forschung, zur Datenanalyse mittels statistischer Verfahren sowie zum Erarbeiten der wissenschaftlichen Arbeit (Masterarbeit).

Lehrveranstaltungen und Beispiele für Module im Master

Je nach Hochschule bzw. je nach gewähltem Studienprogramm und Vertiefung können die Studieninhalte und wählbaren Module variieren. Im Folgenden finden Sie typische Module / Lehrveranstaltungen, die Ihnen auf dem Weg zum Abschluss begegnen werden, zur Veranschaulichung:

Embedded Systems Engineering
  • Cyber-Physikalische Systeme
  • Modellbildung und Systemidentifikation
  • 3D Bildanalyse
Elektrotechnik
  • Verhalten elektrischer Antriebe
  • Mikroelektronische Systeme
  • Verfahrenstechnik
Energie- und Ressourceneffizienz
  • Messung von Energie- und Materialflüssen
  • IT-gestütztes Energiecontrolling
  • Energie- und Umweltmanagement durch Elektroingenieure / Elektroingenieurinnen
Informationstechnik
  • Mobile Kommunikationstechnologien
  • Optische Übertragungssysteme  in Informationssystemen
  • Signaltheorie

Zugangsvoraussetzungen für den Master Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik

Die Zugangsvoraussetzungen zu einem Masterstudium der Fachrichtung Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik sind je nach Bildungsanbieter sowie Studienprogramm bzw. Schwerpunkt nicht gänzlich deckungsgleich. Grundsätzlich ist das Absolvieren eines facheinschlägigen Erststudiums (z.B. Abschluss auf Bachelor-Niveau) die essentielle Zugangsvoraussetzung zum Masterstudium. Mitunter ist im Erststudium auch eine Mindestanzahl an ECTS-Kreditpunkten nachzuweisen – wird diese unterschritten, so sind zusätzliche Fächer zu belegen. Insbesondere die Elektrotechnik und Informationstechnik erfordern ein facheinschlägiges Erststudium, um auf den bereits erworbenen Kenntnissen des Bachelors im Master aufbauen zu können. Dazu gehören beispielsweise die Biomedizinische Technik, die Elektro- und Informationstechnik oder auch die Medientechnik und Kommunikationstechnologie. Häufig wird zusätzlich auch der Nachweis eines bestimmten Ausmasses an Arbeitserfahrung bzw. beruflicher Tätigkeit in einem relevanten Bereich verlangt. Wichtig ist darüber hinaus Englisch: Viele Studieninhalte werden bereits ausschliesslich auf Englisch angeboten.

Beruf, Karriere & Gehalt im Bereich Elektrotechnik, Energietechnik und Informationstechnik                                                        

Nach dem Abschluss an der Hochschule (z.B. Universität oder FH) steht den Absolventinnen und Absolventen in der Welt der Energietechnik, Informationstechnik und Informatik ein breites Berufsfeld offen. Überall dort, wo es um Automatisierung, Digitalisierung oder auch intelligente Systeme geht, finden Absolventinnen und Absolventen der Elektro- und Informationstechnik, die sich Ingenieurinnen und Ingenieure nennen dürfen, Stellen. Sie übernehmen in der Energiebranche häufig die Aufgaben eines Energiemanagers / einer Energiemanagerin und tragen dafür Sorge, dass die Transformationsprozesse der Energiewende auf allen Ebenen Schritt für Schritt Wirklichkeit werden. Sie werden überall dort aktiv, wo es gilt, Entscheidungen über die Energieproduktion und -distribution zu treffen – meist arbeiten sie auch an Konzepten, bestehende Energiesysteme noch effizienter zu gestalten. Die Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten nach der Universität häufig als Berater/-innen, aber auch bei Energieversorgungsunternehmen, Forschungseinrichtungen oder Behörden. Die Absolventinnen und Absolventen übernehmen beispielsweise
  • In Kleinunternehmen, KMUs und international agierenden Unternehmen
  • in der Elektro- und Elektronikindustrie
  • in der Mobilfunk- und Telekommunikationsbranche
  • im Maschinen- und Anlagenbau
  • in der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie
  • in der Verkehrstechnik
  • in der Medizintechnik
  • in der Energiewirtschaft
  • in der Forschung und an Universitäten
zentrale Tätigkeiten.

Die Gehälter von Ingenieurinnen und Ingenieuren in dieser Fachrichtung variieren je nach gewähltem Schwerpunkt, Branche (z.B. Informationstechnik, Elektrotechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Medientechnik,…) und Position im Unternehmen stark. Im Schnitt kann man von Einstiegsgehältern um die 36.600 € jährlich brutto ausgehen. Spitzengehälter können mitunter 96.000 € brutto jährlich erreichen. Zu beachten ist, dass das Lohnniveau sowie die Besteuerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich sind.

Zu den Studiengängen

Studienorte

Angeboten werden die Masterstudiengänge mit dem Studienschwerpunkt «Elektro, Energie- und Informationstechnik» in folgenden Schweizer Regionen sowie als Fernstudium: